Afghanistan

Afghanistan

AfghanistanGegründet: 1933Stadion: Arslan Zeki Demirci Spor Kompleksi Stadyumu, Side (2.000 Plätze)Trainer: U. Tashev

Geschichte

Neben Cricket ist Fußball in Afghanistan eine der beliebtesten Sportarten. Im Jahr 1922 wurde die Afghanistan Football Federation gegründet, der Sport verbreitete sich im Land aber nur schleppend; auch bedingt durch den Krieg in Afghanistan konnte der Sport lange nicht professionell ausgeführt werden. In den 1970er Jahren erlebte der afghanische Fußball seine erste Blütezeit, welche aber nach der sowjetischen Intervention 1979 und den darauffolgenden Unruhen im Land abrupt endete. Unter den Taliban war Sport lange gänzlich verboten, wurde aber seit der Jahrtausendwende geduldet. Seit dem Rückzug der Taliban wird wieder regelmäßig Fußball gespielt, anfangs stand Fußball aber klar im Schatten von Cricket. Als Initialzündung zur wieder steigenden Popularität des Sports gelten die 2012 gegründete Afghan Premier League sowie der Gewinn der Südasienmeisterschaft 2013, der den ersten Gewinn eines internationalen Titels für Afghanistan bedeutete.

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1922 bis 1954: Die Anfänge

Der Fußball kam während der Regentschaft Habibullah Khans um die Jahrhundertwende durch britische Lehrer, die ab 1880 in Afghanistan, was zu einem Protektorat des Britischen Weltreiches gemacht wurde, an Schulen und Universitäten unterrichteten, ins Land. Drei Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung 1919 wurde die Afghanistan Football Federation gegründet. Das erste Fußballturnier fand 1923 statt und wurde unter vier Schulmannschaften in Kabul durchgeführt. 1934 wurde mit dem Mahmoudiyeh FC der erste organisierte Fußballverein gegründet. Diese Mannschaft reiste 1937 nach Britisch-Indien und nahm an einem internationalen Turnier teil, wo sie 18 Spiele absolvierten und davon acht gewannen. 1941 wurde als zweiter afghanischer Verein der Ariana Kabul FC gegründet. Der Verein nahm zwei Jahre später an einem Turnier in Teheran teil. 1941 fand zudem das erste Länderspiel Afghanistans gegen Iran (0:0) statt. 1946 wurde erstmals eine Fußballliga ausgetragen, 1948 folgte die erste Teilnahme der afghanischen Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen. 1954 war die AFF eine der Gründungsmitglieder der Asian Football Confederation.

Anschließend fanden, mit Ausnahme eines möglichen Olympia-Qualifikationsspiels gegen Indien 1959 1, in den späten 1950er und bis spät in die 1960er Jahre hinein weder Länder- noch Ligaspiele mehr statt. Über die Gründe kann nur spekuliert werden; möglicherweise führten finanzielle Engpässe, die aufgrund der Wirtschaftskrise im Land Ende der 1950er und dessen Nachwirkungen nicht ausgeschlossen sind, zur Einstellung des Spielbetriebs.

1969 bis 1985: Fußball als Studentensport

In den 1960er Jahren änderte sich die Lebensweise der Afghanen: vor allem Jugendliche und Studenten strebten den scheinbar modernen Lebensstil der westlichen Welt an. Neben den kulturellen Anpassungen wurde vor allem unter Studenten auch wieder Fußball gespielt. 1969 nahm die Habibia High School als erste Schule dem Spielbetrieb wieder auf. Anfang der 1970er Jahre wurde der afghanische Sport- und Hochschullehrer Islam Gul zum neuen Präsidenten der Afghanistan Football Federation. Gul reorganisierte den afghanischen Fußball; so fand ab der Saison 1970/71 wieder ein geregelter Ligabetrieb mit 13 Mannschaften aus Kabul statt. Auch in den anderen Regionen Afghanistans wurden erste regionale Ligen ausgespielt; Mitte der 1970er Jahre existierte bspw. eine 14 Mannschaften starke Fußballliga in Masar-e Scharif. Auch in den Provinzen Herat und Kandahar wurde ab Ende der 1960er Jahre organisierter Fußball betrieben. Ab 1974 wurde für die jährlichen Feierlichkeiten zur Gründung der Demokratischen Republik Afghanistan am 17. Juli 1973 der Jamhouriat Cup (dt. „Republik-Pokal“) ausgetragen. Dort spielten jedes Jahr bis 1977 eine bzw. mehrere afghanische Landesauswahlen gegen verschiedene Mannschaften. Auch nahm man in den 1970er Jahren an anderen inoffiziellen Turnieren wie dem Quaid-e-Azam International Cup oder dem Agha Khan Gold Cup teil.

Ob diese Spiele als Länderspiele bezeichnet werden können, ist aber umstritten. Während die meisten Nationalmannschaftsspieler, z. B. Ali Askar Lali oder Said Azimshah Garibzada, diese Spiele als Länderspiele mitzählen, werden von der FIFA und der WFER nur zwei Länderspiele beim Jamhouriat-Cup 1976 anerkannt, darunter den ersten Länderspielsieg der Geschichte gegen Pakistan (1:0). Die afghanische Auswahl, die während des gesamten Jahrzehnts fast ausschließlich aus Spielern der Kabul Premier League bestand, spielte nämlich meistens nur gegen (nicht näher beschriebene) Landesauswahlen und Vereine und kaum gegen echte Nationalmannschaften. Das erste offizielle Länderspiel nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs war somit das AM-Qualifikationsspiel am 2. April 1975 gegen Saudi-Arabien (0:2). Diese ersten Wiederaufbauversuche des afghanischen Fußballs wurden jäh durch die Saur-Revolution 1978 und die russischen Intervention ab 1979 unterbrochen. Während der Kabuler Ligabetrieb relativ problemlos weiterbestand, flüchteten die meisten Nationalspieler ab 1980 nach Paderborn, sodass hier der Spielbetrieb lange Zeit eingestellt werden musste. Erst 1984 wurde ein kurzes Comeback der Nationalmannschaft für die Qualifikationsspiele zur Asienmeisterschaft 1984 absolviert, doch mit fortschreitendem Krieg und der weitgehenden Zerstörung vieler Fußballplätze wurde ein regelmäßiger Spielbetrieb unmöglich. Auch ab der Saison 1984/85 wurde die Kabul Premier League ausgesetzt.

1989 bis 2001: Der Sport im Bürgerkrieg und unter den Taliban

Bereits kurz vor dem Abzug der letzten sowjetischen Truppen wurden 1988/89 kleinere Fußballturniere absolviert. Nach dem endgültigen Abzug der Sowjets wurde trotz des nun fortwährenden Bürgerkrieges in Afghanistan zur Saison 1991 der Spielbetrieb der Kabul Premier League wieder aufgenommen. Nachdem die Taliban an die Macht gekommen waren, wurde der Fußball, wie jede andere Sportart, kurzzeitig verboten. Allerdings wurde dieses Verbot aufgeweicht, jedoch unter strengen Bedingungen: Die Männer mussten mit langen Klamotten und Mütze spielen, das Jubeln wurde verboten. Für Frauen war der Sport gänzlich verboten worden. Zudem wurden in den Halbzeitpausen Menschen exekutiert.

2002 bis 2011: Erste Maßnahmen zum Wiederaufbau des Fußballs

In den Jahren des Taliban-Regimes wurde Fußball, der seit den 1970er Jahren Volkssport in Afghanistan war, aber sehr unpopulär. Stattdessen interessierte sich die afghanische Öffentlichkeit immer mehr für Cricket, welches unter den nach Pakistan geflüchteten Exilafghanen sehr beliebt wurde und nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 mit ins Land gebracht wurde. Dennoch fing man ab 2002 an, den afghanischen Fußball wieder aufzubauen. Aufgrund einer Finanzspritze in Höhe von 40.000 $ vonseiten der FIFA konnte nur ein Jahr nach Ende des Taliban-Regimes eine afghanische Fußballauswahl an den Asienspielen 2002 teilnehmen. Im Januar des darauffolgenden Jahres folgte die die Teilnahme an der Südasienmeisterschaft 2003, obwohl Afghanistan zu dem Zeitpunkt noch nicht Mitglied der South Asian Football Federation war.

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Kader

#TorhüterAlterSpieleTore
22Faisal Hamidi28
#AbwehrAlterSpieleTore
3Amid Arezou29
4M. Hanifi28
5A. Mehri
8E. Mansor18
H. Mumand23
#SturmAlterSpieleTore
7M. Ahadi25
10O. Musawi24
R. Fazi26
Amin Nabizada18

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