Geschichte
Der Football Club Girondins de Bordeaux (FCGB) ist ein französischer Fußballverein aus der südwestfranzösischen Stadt Bordeaux. Er wurde um den Jahreswechsel 1881/82 gegründet, seine Fußballabteilung dauerhaft allerdings erst 1919; seither gelangen sechs französische Meisterschaften und vier Pokalsiege. Die Vereinsfarben sind Dunkelblau und Weiß.
Infolge eines Insolvenzverfahrens und dem damit verbundenen Zwangsabstieg in die dritte französische Liga sah sich der Verein Ende Juli 2024 gezwungen, seine Profi-Lizenz zur Saison 2024/25 abzugeben. Alle Profiverträge wurden aufgelöst und das Nachwuchszentrum geschlossen. Am 1. August 2024 wurde Girondins in die 4. Liga versetzt. Im Juli 2026 musste der Verein dann in die sechsthöchste Spielklasse zwangsweise absteigen.
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Name
Seinen Namen hat der Club vom Gironde genannten Mündungstrichter des Flusses Garonne, an dem Bordeaux liegt.
Anfänge
Der Verein wurde am 1. Oktober 1881 als Gymnastik- und Schützenverein gegründet. Unter dem Vorsitz von André Chavois fügte der Club Rudern, Reitsport, Schwimmen und weitere Sportarten zu seinen Aktivitäten hinzu. Erst 1910 und nach starken Nachdruck aus dem Verein, insbesondere durch den Vereinspräsidenten Raymond Brard, wurde Fußball probeweise zu den Aktivitäten hinzugefügt. Das Fußball-Experiment überdauerte nur ein Jahr und wurde danach erst knapp zehn Jahre später 1919 wieder aufgenommen. Das erste offizielle Spiel wurde 1920 mit 12:0 gegen Section Burdigalienne gewonnen.
Bordeaux erlangte seinen Profifußballstatus am 2. Juli 1936 durch Fusion mit dem benachbarten bordelaiser Sportverein Girondins Guyenne Sport, der zu dem heute bekannten Club führte. Bordeaux Aufstieg als Profiteam ging zeitgleich mit der fortschreitenden Professionalisierung der Französischen Fußball Föderation vonstatten, die vor 1932 nicht bestand. Der Verein wurde der zweiten französischen Liga zugeteilt und gab in der Saison 1937/38 sein Debüt. Der erste Trainer des Vereins war der Spanier Benito Diaz. Dieser brachte die spanischen Spieler Santiago Urtizberea und Jaime Mancisidor zum Verein. Letztgenannter diente dem Verein später als Kapitän. Die bekanntesten französischen Spieler des Vereins waren der Stürmer Henri Arnaudeau und der Torwart André Gérard. Das erste offizielle Spiel endete mit 2:1 und fand am 23. Mai 1937 gegen den Alpen-Verein FC Scionzier statt. Das erste Ligaspiel endete mit 2:3 gegen Toulouse. Der erste Sieg konnte gegen Nîmes Olympique errungen werden. Die Saison beendete der Verein auf dem 6. Platz der Abschlusstabelle. Der enttäuschende Abschluss führte dazu, dass Bordeaux an der Abstiegsrelegation teilnehmen musste, wo die Mannschaft aber einen respektablen 3. Platz belegen konnte. Ein Jahr später zog Bordeaux in das heutige Stadion Chaban-Delmas um, welches zuvor als Parc Lescure bekannt war. Das Stadion wurde speziell für die Weltmeisterschaft 1938 errichtet und war anschließend für Girondins Bordeaux bestimmt. Zuvor hatte der Verein seine Spiele im Stade Galin ausgetragen, welches heute als Trainingsgelände genutzt wird.
Erfolg und Stabilität
Am 15. Oktober 1940 fusionierte Bordeaux mit dem lokalen Sportclub AS Port und übernahm die bis heute bekannte Tradition des Skapuliers, des Dreiecks im Vereinswappen und auf den Trikots. Unter dem neuen Namen Bordeaux ASP lief der Verein mit dem Skapulier im Finale des Coupe de France des Jahres 1941 auf. Das im besetzten Frankreich durchgeführte Spiel wurde im Stadion in Saint-Ouen ausgerichtet und endete 2:0 gegen SC Fives mit Urtizberea als doppeltem Torschützen. Der Sieg im Coup de France war der erste große Triumph des Vereins. Bereits 1943 stand man wieder im Finale des Coupe de France gegen Olympique Marseille. Das Spiel wurde jedoch mit 2:0 verloren. Es war die erste Finalniederlage in einer Serie von sieben Niederlagen, die bis in die 1980er Jahre andauern sollte. Nach der Befreiung Frankreichs stieg Bordeaux wieder in den Ligabetrieb ein und stieg in die erste Liga auf, nachdem sie zuvor einen 2. Platz in der Saison 1948/49 belegten. Nach der Saison engagierte der damalige Trainer André Gérard den Niederländer Bertus de Harder. Durch die Spieler de Harder, Édouard Kargu und Camille Libar errang Bordeaux in der Folgesaison 1949/50 den ersten Ligatitel seiner Vereinshistorie in der ersten Saison seiner Erstligazugehörigkeit. Der Verfolger Lille konnte mit sechs Punkten distanziert werden. Der Erfolg berechtigte den Verein an der Teilnahme des Coupe Latine, in dem er im Finale 3:3 gegen Benfica Lissabon spielte und erst in der Nachspielzeit des Wiederholungsspiels durch das einzige Tor des Tages unterlag.
Zwei Saisons nach ihrem Titelgewinn manifestierte Bordeaux ihren Titelanspruch, indem sie hinter OGC Nizza als zweitplatzierte die Saison beendeten. 1952 und 1955 konnte das Coupe de France-Finale erreicht werden. Im ersten Anlauf scheiterten sie dabei erneut am OGC Nizza in einem Match mit acht Toren, fünf davon in den ersten 40 Minuten, mit 5:3. Henri Baillot hatte zwischenzeitlich zum 3:3 ausgeglichen. Im Pokalfinale von 1955 wurde Girondins von Lille mit 5:2 geschlagen, nachdem Lille nach 35 Minuten mit 4:0 in Führung ging. Die Niederlagen des Pokals strahlten auch auf die Liga ab, als Bordeaux in der Saison 1955/56 abstieg. Dem erneuten Aufstieg in der Saison 1959/60 folgte der sofortige Wiederabstieg als Tabellenletzter mit nur 21 Punkten.
In den 1960er Jahren konnte Bordeaux, mit dem früheren Spieler Salvador Artigas als Trainer, zu alter Stärke zurückfinden. Unter Artigas Regie wurde der Aufstieg in der Saison 1961/62 perfekt gemacht, dem ein respektabler vierter Platz in der Saison 1962/63 folgte. In der Folgesaison war Bordeaux erneut im Finale des Pokals vertreten, in dem man allerdings erneut verlor, diesmal mit 2:0 gegen Olympique Lyon. Beide Tore wurden vom Argentinier Nestor Combin erzielt. Der zweite Platz berechtigte zumindest an der Teilnahme am Messepokal der Saison 1964/65. Nach einem 4:3 nach Hin- und Rückspiel schied man bereits früh gegen Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb aus. Vier Jahre später konnte erneut das Coupe de France-Finale erreicht werden – die siebte Teilnahme am Pokalfinale. Auch gegen die AS Saint-Étienne war ihnen nach einem 2:1 kein Triumph vergönnt. Die achte Teilnahme, eine Saison später, brachte keine Änderung. Erneut scheiterte man mit 2:0 gegen Olympique Marseille. Die Mannschaft erlebte trotz des Zugangs von Alain Giresse einen starken qualitativen Niedergang während der 70er Jahre. Die Mannschaft hatte mit sieben verschiedenen Trainern zu arbeiten und landete stetig in der unteren Tabellenhälfte.
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Kader
| # | Torhüter | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 1 | L. Diabate | ||
| 16 | J. Hoekstra |
| # | Abwehr | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 2 | O. El Hajjam | ||
| 3 | A. Touré | ||
| 3 | D. Trichard | ||
| 4 | R. Droehnlé | ||
| 5 | J. Grillot | ||
| 12 | N. Besse | ||
| 13 | L. Jousselin |
| # | Mittelfeld | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 6 | T. Diagouraga | ||
| 7 | S. Bahassa | ||
| 8 | A. Diop | ||
| 10 | F. Mannai | ||
| 15 | P. Arne | ||
| 28 | A. Ba | ||
| 29 | G. Odru |
| # | Sturm | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 9 | M. Villette | ||
| 11 | L. Etonde | ||
| 14 | R. Openda | ||
| 14 | S. Shamal |