Ukraine

Karpaty Lviv

UkraineGegründet: 1963Stadion: Stadion Ukrajina, L'viv (28.051 Plätze)Trainer: Fran Fernandez

Geschichte

Der FK Karpaty Lwiw (ukrainisch ФК «Карпати» Львів; UEFA-Transkription FC Karpaty Lviv) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der galizischen Stadt Lemberg (ukrainisch Lwiw). Benannt ist der Verein nach den Karpaten, in deren Nähe Lwiw liegt.

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Spielbetrieb in der Sowjetunion

Der FC Karpaty wurde 1963 von Fußballspielern, die in einer Fabrik für Landwirtschaftsmaschinen arbeiteten und in der dortigen Werksmannschaft spielten, gegründet. Die ersten vier Jahre spielte der Verein in der dritten sowjetischen Liga. 1968 konnte der Aufstieg in die zweite Liga erreicht werden.

Am 17. August 1969 gewann die Mannschaft den sowjetischen Fußballpokal gegen den FK SKA Rostow, der damals zu den besten Mannschaften zählte. Lwiw war damit die erste und einzige Mannschaft, die jemals als Zweitligist diesen Pokal gewinnen konnte. In der Folgespielzeit war das Team schließlich als Teilnehmer des Europapokal der Pokalsieger 1970/71 qualifiziert. Nach einem 0:1 und 3:3 gegen den rumänischen Vertreter Steaua Bukarest schied der Verein jedoch bereits in der 1. Runde des Wettbewerbs aus.

Von 1970 bis 1977 und 1980 spielte Karpaty Lwiw in der Wysschaja Liga, der höchsten Fußballliga der Sowjetunion. In der Saison 1976 wurde mit dem vierten Platz das beste Ergebnis erzielt.

1981 wurde Karpaty mit einer anderen Mannschaft aus Lwiw zusammengelegt. Der neue Verein, SKA Karpaty, spielte bis 1989 in der zweiten Liga. 1989 benannte sich der Verein wieder in FC Karpaty Lwiw um.

Spielbetrieb in der Ukraine bis 2020

Als die Ukraine im Jahre 1992 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unabhängig wurde, wurde der FC Karpaty Teil der neu entstandenen Wyschtscha Liha, der obersten Spielklasse in der Ukraine. In der Saison 1997/98 konnte die Mannschaft mit dem dritten Platz die bisher beste Platzierung in der Vereinsgeschichte erreichen

1993/94 qualifizierte sich der Klub erneut für den Europapokal der Pokalsieger. Nach einem 1:0-Hinspielerfolg gegen den irischen Klub Shelbourne FC schied Lwiw nach einer 1:3-Rückspielpleite erneut in der ersten Runde des Turniers aus. Grund für die Teilnahme war der Einzug in das Finale des Ukrainischen Pokals, das das Team zwar mit 1:2 am 30. Mai 1993 gegen Dynamo Kiew verlor. Da Dynamo im gleichen Jahr aber auch Meister wurde, nahm Lwiw am Pokal der Pokalsieger teil. 1999 stand der Klub zum zweiten Mal im nationalen Pokalendspiel. Erneut musste die Mannschaft sich gegen Dynamo Kiew geschlagen geben.

Nach der Saison 2003/04 stieg Karpaty in die Perscha Liha, die zweite Liga des Landes, ab. Der Mannschaft gelang es jedoch bereits nach zwei Jahren wieder in die Wyschtscha Liha zurückzukehren.

In der Saison 2010/11 konnte Lwiw zum ersten Mal die Gruppenphase der UEFA Europa League erreichen. In der 3. Qualifikationsrunde wurde der FC Sestaponi aus Georgien mit insgesamt 2:0 geschlagen. Zuvor wurde KR Reykjavík mit 6:2 besiegt. In den Play-offs traf die Mannschaft auf Galatasaray Istanbul. Nach einem 2:2 Hinspiel und einem 1:1 im Rückspiel siegte Karpaty durch die mehr erzielten Auswärtstore. Damit nahm der Verein an der Endrunde der UEFA Europa League 2010/11 teil. Dort wurde das Team zusammen mit Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und FC Sevilla in die Gruppe J des Turniers gelost, schied dort jedoch mit nur einem erzielten Punkt vorzeitig aus dem Wettbewerb aus.

Die Spielzeit 2012/13 schloss der Verein auf dem 14. Tabellenplatz der Premjer-Liha ab und konnte nur knapp dem sportlichen Abstieg in die zweite Liga entrinnen. Als Reaktion auf die enttäuschend verlaufene Saison erklärte der Verein im Mai 2013 nun 19 der 23 Spieler des Kaders verkaufen und ein neues Team zusammenstellen zu wollen.

Im Sommer 2017 stellte der Verein den Spanier Sergio Navarro als neuen Trainer vor und verpflichtete eine ganze Reihe meist sehr junger Spieler aus Spanien und Lateinamerika. Dieses Mannschaftskonzept wurde „Los Karpatos“ genannt, dahinter stand die Hoffnung, von der spanischen Spielkultur zu profitieren. Navarro wurde schon im selben September entlassen, der neuen Philosophie blieb der Verein aber vorerst treu und verpflichtete nach jeweiligen Interimslösungen mit dem Portugiesen José Morais und dem Spanier Fabri González weitere Ausländer als Trainer, die aber alle nicht lange blieben.

Nachdem im Sommer 2019 nur knapp der Abstieg vermieden werden konnte, wurde der ehemalige Spieler Oleksandr Tschyschewskyj zum Trainer ernannt und die meisten noch verbliebenen südamerikanischen Spieler entlassen oder verkauft. Tschyschewskyj wurde wiederum bereits im September 2019 wieder entlassen und durch Roman Sanschar ersetzt. Die Mannschaft wurde nach dem Exodus von Stammspielern im Sommer 2019 zu großen Teilen neu zusammengestellt und trat mit einem Kader aus jeweils etwa einem Drittel meist europäischer Legionäre, ukrainischer Spieler und eigenem Nachwuchs an.

Krise und Zwangsabstieg im Sommer 2020

Während der UPL-Saison 2019/20 zeichnete sich ab, dass Clubpräsident Petro Dyminskyj nicht mehr bereit war, den Club unter den bisherigen Bedingungen weiter zu finanzieren. Als Ausweg aus der Situation wurde der Plan eines kommerziellen Komplexes rund um das der Stadt Lviv gehörende Stadion vorgestellt, wozu notwendig war, dass die Stadt dem Club das Gelände überließe. Dieser Plan stieß auf internen Widerstand und wurde am 23. Januar 2020 nach Abstimmung im Stadtrat abgelehnt. Hierdurch und aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie bedingten Spielausfälle und leeren Stadien war der Club immer weniger in der Lage, seine Spieler zu bezahlen. Es folgte eine sich intensivierende Suche nach einem neuen Eigentümer, was aber durch die Tatsache erschwert wurde, dass der Club zu etwa einer Hälfte nicht Dyminskyj, sondern Ihor Kolomojskyj gehörte, der darauf bestand, seine Einlage von umgerechnet ca. 25 Mio. US-Dollar zurückzuerhalten.

Am 27. Mai 2020 wurde bekanntgegeben, dass Oleh Smalijtschuk, ein in Spanien tätiger, mit dem Verein eng verbundener Spielerberater, der auch drei Jahre vorher für die „südamerikanische Strategie“ verantwortlich gewesen war, den Anteil Dyminskyjs an Karpaty Lviv erworben habe. Smalijtschuk wendete sich einen Tag später auf seiner Facebookseite an die Öffentlichkeit und erklärte dort ein Treffen mit dem „Miteigentümer“ (Kolomojskyj) zur Priorität. Zu einem solchen Gespräch und einer Entspannung der finanziellen Lage kam es jedoch in der Folge nicht, und nachdem man das Spiel der 29. Runde in Mariupol wegen „finanzieller Probleme“ absagte, folgte der Zwangsabstieg in die Druha Liha (ukr. 3. Liga).

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Text aus Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0

Kader

#TorhüterAlterSpieleTore
1Denys Marchenko1920
36Anton Zhylkin2300
80Roman Mysak3520
99Yuriy-Volodymyr Gereta2200
Bohdan Semeshko1700
#SturmAlterSpieleTore
9Joseph Sery2620
19Yaroslav Karabin2300
28Oleksandr Dyedov1820
31Nazariy Rusyn2840
70Xeber Alkain2940
77Joaquinete2900

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