Geschichte
Der SSV Jahn Regensburg (Sport- und Schwimmverein Jahn Regensburg e. V.) ist ein Fußballverein aus der bayerischen Stadt Regensburg. Der Verein entstand im Jahr 2000 durch Herauslösung aus dem Mutterverein SSV Jahn 1889 Regensburg, der seitdem keine Fußballabteilung mehr besitzt. Er basiert auf dem 1886 entstandenen Turnerbund Jahn Regensburg und wurde nach Friedrich Ludwig Jahn benannt, dem Initiator der deutschen Turnbewegung. Derzeit hat der SSV Jahn 5700 Mitglieder (Stand: Anfang 2025). Die Vereinsfarben sind Weiß-Rot.
Die erste und zweite Mannschaft sowie die A-Junioren (U19) sind seit Mai 2009 in die SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA ausgegliedert. Ihre Aktien werden zu 90 Prozent vom Verein und zu zehn Prozent von diversen Investoren gehalten. Die zur Geschäftsführung berechtigte und voll haftende Komplementärin ist die SSV Jahn 2000 GmbH Marketing und Verwaltung, deren Anteile vollständig vom Verein gehalten werden.
Die erste Mannschaft, auch Jahnelf genannt, spielt in der 3. Liga.
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Allgemeines und Name
Die Fußballer von Jahn Regensburg spielten im Laufe der Geschichte unter dem Dach verschiedener Vereine. Der heutige Sport- und Schwimmverein Jahn Regensburg ist ein Fußballverein, in dem alle Jugendmannschaften unterhalb der U-19-Junioren organisiert sind. Dieser basiert auf dem 1886 gegründeten Turnerbund Jahn Regensburg, in dem sich 1907 die Fußballabteilung gründete. Diese trennte sich 1924 zusammen mit den Leichtathleten von den Turnern und setzte den Spielbetrieb als Sportbund Jahn Regensburg fort. 1934 fusionierte der SB Jahn mit dem Sportverein von 1889 Regensburg und dem Schwimmverein von 1920 Regensburg zum Sport- und Schwimmverein Jahn von 1889 Regensburg. 2000 spaltete sich die Fußballabteilung vom Hauptverein ab und wurde als SSV Jahn 2000 Regensburg selbständig, der Mutterverein existiert als Sportverein mit acht Abteilungen bis heute. 2002 schloss sich die Fußballabteilung der SG Post/Süd Regensburg dem SSV Jahn 2000 an. 2009 wurden die Profis, die U-21 und die U-19 in die SSV Jahn 2000 Regensburg GmbH & Co. KGaA ausgegliedert. 2016 wurde die Jahreszahl aus dem Namen gestrichen. Der Fußballverein heißt seitdem SSV Jahn Regensburg e. V., die Kapitalgesellschaft SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA.
1907 bis 1926
Im TB Jahn Regensburg gab es noch keine Fußballabteilung. Im Frühjahr 1907 wurde dem Verein offiziell gestattet, eine Fußballmannschaft aufzubauen. Bei der offiziellen Gründungsversammlung im Café Union waren 16 Männer anwesend.
Im Januar 1908 wurde der Jahn in den Süddeutschen Fußballverband aufgenommen, im folgenden Herbst stand die Punktspielpremiere in der C-Klasse des Bayerischen Ostkreises auf dem Programm, bei denen unter anderem erstmals auch der Rivale Turnverein 1861 Regensburg Gegner war; das erste Regensburger Derby endete mit einer 3:5-Niederlage des TB. Schon 1911 kam es zu einer entscheidenden Veränderung im Auftreten der Jahn-Fußballer: Statt der traditionellen schwarz-rot-goldenen Farben der Turnbewegung liefen sie ab dem 20. Oktober im Weiß-Rot der Stadt Regensburg auf – bis heute die Farben des Vereins. 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde der Turnerbund erstmals vor dem Turnverein Gaumeister, nach dem Krieg liefen die Rot-Weißen den Rot-Blauen dann dauerhaft den Rang als Regensburgs bester Fußballverein ab. 1921 stieg der Jahn als erstes Team der Region in die südbayerische Kreisliga auf – die damals höchste Liga. Und der Jahn sorgte gleich in seiner Premierensaison für Furore, belegte hinter dem FC Bayern und dem TSV 1860 München Rang drei. Nach dem fünften Platz in der Folgesaison stand allerdings schon wieder der Abstieg, da die jeweils vier besten Kreisligisten aus der Nord- und Südstaffel erstmals eine bayernweite Bezirksliga gründeten.
Im Zuge der organisatorischen Trennung von Sportlern und Turnern, der Reinlichen Scheidung, gingen die Fußballer und die Turner ab 1923 getrennte Wege. Zusammen mit der Leichtathletikabteilung gingen die Fußballer ab dem 28. Februar 1924 mit neuem Namen als Sportbund Jahn Regensburg an den Start. Mit dem Umzug an die Prüfeninger Straße erfolgte 1926 ein weiterer Meilenstein im Jahn-Fußball: Nachdem die Jahnelf in ihren ersten Jahren auf dem Sportplatz der Oberrealschule (dem heutigen Goethe-Gymnasium) gespielt hatte, war ab 1912 der Jahnplatz an der Dechbettener Straße Heimspielort. Doch 1923 wurde dem Verein der Platz gekündigt. Grund war, dass der Vermieter offenbar nicht mehr leiden konnte, wenn „sich zur Kirchenzeit Männer mit nackten Knien auf seinem Gelände tummelten.“ Ein Standort am Oberen Wöhrd sowie das Gelände des 1. FC Regensburg waren für kurze Zeit Spielstätte, 1926 schließlich pachtete der SB Jahn das Gelände gegenüber der Oberrealschule, das am 19. September mit einem 7:0-Sieg über den 1. FC Passau offiziell eingeweiht wurde und für 89 Jahre die Heimat des Regensburger Fußballs sein sollte.
1926 bis 1945
1926/27 gelang der Jahnelf die Rückkehr in die erste Liga. Nachdem die Regensburger schon von 1921 bis 1923 in der südbayerischen Kreisliga erstklassig gespielt hatten, stiegen sie mit Hans Jakob im Tor in die Bezirksliga auf. Neben dem Torhüter, der sich 1924 dem frisch gegründeten Sportbund anschloss und 1926 18-jährig zum Stammtorhüter der ersten Mannschaft berufen wurde, war der österreichische Trainer Gustav Lanzer wichtiger Bestandteil des Aufstiegs. Lanzer war zuvor mit Austria Wien Meister und Pokalsieger geworden. In der Debütsaison 1927/28 erreichte der SB Jahn Platz vier. Auch die folgenden Jahre waren äußerst erfolgreich, in den nächsten vier Spielzeiten landete der SB Jahn Regensburg stets unter den ersten fünf. Mit Platz zwei in der Saison 1929/30 qualifizierte sich die Mannschaft um Jakob sogar erstmals für die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft, wo es auch zu den ersten Pflichtspielen mit dem (damaligen) Rekordmeister 1. FC Nürnberg kam. Am 9. Februar 1930 konnte die Jahnelf den Club vor 8.000 Zuschauer am Jahn-Platz besiegen, was mit ein Anstoß für den Bau einer Tribüne war – das Jahnstadion war bald geboren.
Während dieser Endrunde wurde Jahns Torhüter Hans Jakob von Reichstrainer Otto Nerz entdeckt und Ende 1930 erstmals in die Nationalmannschaft berufen. Jakob feierte am 2. November beim 1:1 gegen Norwegen sein Debüt, es war das erste von insgesamt 38 Länderspielen für Deutschland bis 1939. Bis 1967, als er von Hans Tilkowski abgelöst wurde, war Jakob Rekordtorhüter der Nationalmannschaft.
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Kader
| # | Torhüter | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 1 | Hannes Hermann | 0 | 0 |
| 23 | Max Schmitt | 0 | 0 |
| 32 | Alexander Weidinger | 0 | 0 |
| # | Abwehr | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 4 | Felix Strauss | 1 | 0 |
| 5 | Lukas Muhl | 2 | 0 |
| 7 | Oscar Schonfelder | 3 | 1 |
| 14 | Robin Ziegele | 1 | 0 |
| 25 | Nicolas Oliveira | 2 | 0 |
| 26 | Benedikt Bauer | 1 | 0 |
| 31 | Leo Matzler | 2 | 0 |
| 36 | Ben Kieffer | 0 | 0 |
| 37 | Leopold Wurm | 3 | 0 |
| 44 | Malte Karbstein | 0 | 0 |
| # | Mittelfeld | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 6 | Benedikt Saller | 0 | 0 |
| 8 | David Philipp | 3 | 1 |
| 10 | Nassim Boujellab | 3 | 3 |
| 11 | Marco Worner | 2 | 0 |
| 13 | Erik Majetschak | 2 | 0 |
| 21 | Zeteny Jano | 2 | 0 |
| 22 | Sebastian Stolze | 1 | 0 |
| 29 | Adrian Fein | 3 | 3 |
| 35 | Sascha Hingerl | 3 | 0 |
| 40 | Jakob Seibold | 2 | 0 |
| 42 | Arian Dizdarevic | 0 | 0 |
| # | Sturm | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 13 | Florian Dietz | 0 | 0 |
| 20 | John Posselt | 0 | 0 |
| 27 | Lucas Hermes | 3 | 3 |
| 34 | Patrick Hobsch | 2 | 1 |