Geschichte
Stade de Reims [stad də ʀɛ̃s], im deutschsprachigen Raum meist kurz Stade Reims, ist ein 1910 gegründeter französischer Fußballverein aus Reims, der 1931 seinen heutigen Namen erhielt. In Frankreich spielte seine Männermannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg für gut anderthalb Jahrzehnte eine herausragende Rolle mit sechs Meistertiteln zwischen 1949 und 1962 sowie zwei Pokalsiegen (1950, 1958). In dieser Zeit galt der Klub aus der Champagne als Aushängeschild (équipe fanion oder équipe phare) des französischen Fußballs, weil Stade de Reims eine attraktive, offensive Spielweise – auch im Rückblick häufig als „prickelnder Champagner-Fußball“ (foot pétillant, football champagne) bezeichnet – pflegte und zahlreiche seiner Spieler das Gerüst der Nationalelf bildeten, die insbesondere mit ihrem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden für einen ersten Höhepunkt des französischen Fußballs sorgte. Zudem erreichte der Verein zweimal das Endspiel im Europapokal der Landesmeister (1956, 1959), was einem Klub aus Frankreich erst 1976 wieder gelang.
Der höchsten französischen Spielklasse hatte Stade Reims ab 1979 33 Jahre lang nicht mehr angehört, belegt in der „ewigen Ligatabelle“ aber 2025 immer noch den 16. Rang. Auch Stades Frauenfußballerinnen trugen mit fünf Landesmeistertiteln zwischen 1975 und 1982 zum Renommee des Vereins bei. In der Saison 1991/92 ging er in Konkurs, seine Männermannschaft musste nach Neugründung in der sechsten Liga beginnen und stand sportlich nur noch selten landesweit in den Schlagzeilen. 2012, exakt ein halbes Jahrhundert nach dem Gewinn des letzten Meistertitels, kehrte der Klub für vier Jahre in die Ligue 1 zurück, der er von 2018 bis 2025 erneut angehörte.
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Die Anfänge als Betriebssportverein
Der Klub ging aus der am 29. September 1910 offiziell eingetragenen Société Sportive du Parc Pommery (SSPP), dem Betriebssportverein der Sektkellerei Pommery & Greno, hervor, in dem auch Wandern, Gymnastik, Rugby, Leichtathletik und Radsport betrieben wurden. Dies war der erste Verein seiner Art in der Region, und in ihm präsidierte, typisch für den korporativen Sport, der Firmeninhaber Graf Marie Charles Jean Melchior de Polignac persönlich; die Fußballabteilung leitete mit René Humbert der Geschäftsführer des Unternehmens. Seine am Fußballsport interessierten Mitglieder waren anfangs ausschließlich Angestellte der Kellerei, bald aber auch Beschäftigte der Zulieferbetriebe, also Winzer, Böttcher und Fuhrleute. Pommery & Greno hatte schon um die Jahrhundertwende freiwillige sozialpolitische Einrichtungen wie eine betriebliche Rentenkasse und eine Krankenversicherung eingeführt; 1909 legte es zudem am südlichen Stadtrand den Parc Pommery (seit 2004: Parc de Champagne) als Erholungsgelände für seine Arbeiter an. 1913 wurden drei Hektar davon für den Bau einer großen Turn- und Festhalle sowie die Anlage eines Sportfeldes unter freiem Himmel genutzt. Da vergleichbare städtische Freizeitflächen zu dieser Zeit in Reims noch nicht existierten, öffnete Pommery seinen Park auch für andere Sporttreibende. Die Fußballer nahmen – in an das Unternehmensprodukt erinnernden goldfarbenen Trikots und grünen Hosen – schon vor dem Ersten Weltkrieg an den Meisterschaften des Départements Marne bzw. der Champagne und ab 1922 am Spielbetrieb der Ligue Nord-Est, die zusätzlich die Île-de-France und die Ardennenregion umfasste, teil. Der Verein warb in den 1920er Jahren auch um betriebsfremde Fußballspieler, die er in Zeiten einer „Umgehung des Amateurstatuts“ (amateurisme marron) mit Vergünstigungen wie dem Angebot eines Arbeitsplatzes, großzügiger Freizeitregelung oder direkter Zahlungen zum Vereinswechsel bewegen konnte.
Im Sommer 1929 stieg die SSPP in die Division d’Honneur, die höchste Spielklasse der Ligue Nord-Est, auf, in der allerdings andere Mannschaften, darunter der Lokalrivale Sporting Club Rémois, dominierten. Dennoch zogen Freundschaftsspiele im Parc Pommery gegen renommierte Gegner bis zu 5.000 Zuschauer an, und auch im Ausland – so im April 1931 in Stuttgart und Frankfurt am Main – spielte sie in gut gefüllten Stadien.
Von 1931 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
Details zu den Meisterschaftsplatzierungen und dem Abschneiden in der Coupe de France seit 1931 siehe unter Ligazugehörigkeit und Platzierungen.
Angesichts der bevorstehenden Einführung einer landesweiten Liga beschloss die Vereinsführung, die Fußballsparte des Klubs auf den damit verbundenen Professionalismus vorzubereiten; dies erforderte unter anderem eine organisatorische Trennung vom Unternehmen und den anderen Abteilungen der SSPP. Am 18. Juni 1931 erfolgte die offizielle Registrierung als Stade de Reims, an dessen Spitze weiterhin René Humbert stand; Orange und Schwarz (tango et noir) wurden die neuen Vereinsfarben. Der Vereinsname, der vom griechischen „Stadion“ herrührt, war dem Vorschlag Olympique de Reims vorgezogen worden. Das erste Spiel unter dem neuen Namen war ein 7:2-Sieg gegen den FC Reims am 23. August 1931 im Parc Pommery.
Das erste Mannschaftsaufgebot rekrutierte sich hauptsächlich aus Spielern, die auch schon bei der SSPP aktiv waren, darunter „der erste große Torjäger in der Geschichte von Stade Reims“, Lucien Perpère. Außerdem verpflichtete Stade mit den britischen Spielern David Lee und Crookes, dazu dem Schweizer Schnebeli sowie dem Ungarn Markusz seine ersten ausländischen Profis, die allerdings in der Saison 1931/32 bei Punktspielen nicht aufgestellt werden durften, weil die Mannschaft weiterhin nur in der (Amateur-)Division d’Honneur antrat; mit David Harrison, zuvor unter anderem beim FC Sète erfolgreich, leistete Stade sich auch einen bezahlten Trainer. 1934 zogen die Fußballer aus dem Parc Pommery in das neu errichtete, städtische Stade Vélodrome Municipal um. Zwölf Monate später hatten sie unter ihrem neuen Trainer William Aitken nicht nur den Aufstieg in die professionelle zweite Division geschafft, sondern wurden nach einem 2:1-Endspielsieg gegen Girondins Guyenne Sport aus Bordeaux auch französischer Amateurmeister. In dieser Zeit stießen mit Torhüter André Tassin (ab 1935) und dem Außenläufer Louis Finot (ab 1937) erstmals zwei französische Ex-Nationalspieler zu Reims' Mannschaft dazu.
In der Saison 1937/38 kamen zwei Persönlichkeiten zu dem Verein, die für dessen zukünftigen sportlichen Aufstieg maßgeblich mitverantwortlich waren: Henri Germain wurde Mitglied der Finanzkommission des Vorstands und der 18-jährige Stürmer Albert Batteux wechselte vom Énergie Club Rémois zum großen Nachbarn. Der Klub fusionierte 1938 mit dem Sporting Club Rémois und übernahm dessen Vereinsfarben Rot und Weiß; bis heute werden Stades Spieler auch kurz als Rémois („Reimser“) oder Rouges et Blancs („Rot-Weiße“) bezeichnet. Ein Jahr später schloss Stade Reims die Zweitligasaison auf dem sechsten Rang ab, hatte es im Landespokal aber bis in die Runde der besten acht Mannschaften gebracht und dabei mit der AS Saint-Étienne ein Spitzenteam der ersten Division aus dem Rennen geworfen. Zudem wurde die zweite Elf erneut französischer Amateurmeister.
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Kader
| # | Torhüter | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 1 | Tom Hulsmann | 10 | 0 |
| 12 | Edin Omeragic | 0 | 0 |
| 16 | Alexis Sauvage | 0 | 0 |
| # | Abwehr | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 2 | Joseph Okumu | 0 | 0 |
| 18 | Sergio Akieme | 1 | 0 |
| 18 | Mael Debondt | 0 | 0 |
| 21 | Jean Mambuku | 10 | 0 |
| 22 | Samuel Kotto | 10 | 1 |
| 27 | Daouda Guindo | 10 | 1 |
| 28 | Elie | 10 | 0 |
| 44 | Manzur Okwaro | 0 | 0 |
| 63 | Armel Zohouri | 0 | 0 |
| 65 | Theo Amorim | 0 | 0 |
| 76 | Jean-Philippe Celestin | 0 | 0 |
| # | Mittelfeld | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 5 | John Otomewo | 9 | 0 |
| 6 | Theo Leoni | 10 | 0 |
| 8 | Yaya Fofana | 10 | 7 |
| 24 | Mory Gbane | 1 | 0 |
| 30 | Joe Patrick Finn John | 5 | 0 |
| 46 | Seydou Dembele | 3 | 0 |
| 53 | Theo Deflorenne | 0 | 0 |
| 61 | Chamsedin Kouranfal | 8 | 2 |
| 76 | Lenny Sylla | 0 | 0 |
| 87 | Martial Tia | 7 | 1 |
| # | Sturm | Spiele | Tore |
|---|---|---|---|
| 7 | Tidiane Diarrassouba | 4 | 0 |
| 9 | Mohamed Daramy | 9 | 1 |
| 10 | Youssef El Kachati | 9 | 2 |
| 19 | Arone Gadou | 7 | 1 |
| 62 | Amine Kashi | 3 | 0 |
| 77 | Quentin Paris | 4 | 1 |
| 99 | Sambou Soumano | 10 | 1 |